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Kulturtage
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Geschichte

Referentenprogramm

(Vortrge und Podiumsdiskussionen)

Nach der Eröffnungsfeier der Kulturtage am Donnerstag, den 17.05.2018 folgen bis zum Abend Podiumsdiskussionen mit 8 Referenten und danach eine offene Diskussionsrunde, die das Motto der Kulturtage aufgreifen.

Am Freitag ganztags sowie Samstag halbtags wird die Metropolis Halle in vier „Räume“ aufgeteilt, in denen 36 Foren mit etwa 80 Referenten stattfinden. Die Foren werden in vier unterschiedliche Forenbereiche aufgeteilt: Kultur, Politik, Fachthemen und Personengruppen. Darin werden die unterschiedlichsten Lebensbereiche für jeweils eine Stunde aufgegriffen und thematisiert.

  • Forumbereich Kultur mit 9 Foren: Gebärdensprache, Kulturarbeit, Gebärdensprachpoesie und Visual Vernacular, Kunst, Film, Fotografie, Geschichte, Internationale Künstler, Theater
  • Forumbereich Politik mit 9 Foren: Europa,Behindertenrechtskonvention, Internationales, Zukunftstrends für die Gebärdensprachgemeinschaft, Behindertenpolitik, Kommunalpolitik, Sprachliche Minderheit, Behindertenrecht, Dolmetschen
  • Forumbereich Fachthemen mit 9 Foren: Notruf, Entwicklungszusammenarbeit, Medien, Arbeit, Cybermobbing, Soziale Medien, Cochlear Implantant und Gebärdensprache, Bildung, Gesundheit
  • Forumbereich Personengruppen mit 9 Foren: Gender/Queer, Frauen, Familie, Senioren, Migration und Flüchtlinge, Sport, Taubblinde/Usher-Betroffene, Technologie, Jugendliche

Kurzdarstellungen (Abstracts) der Diskussionsrunden am Donnerstag, den 17.5., und der Foren am Freitag, den 18.5. und am Samstag, den 19.5.2018

(Stand: 21. April 2018)

Donnerstag, 15:30 - 17:30 Uhr: Podiumsdiskussion

Podiumsdiskussion zum Motto der Kulturtage: "Unsere Kultur mit Gebärdensprache: inklusiv und gleichwertig"                            

Hinter Überschriften und Mottos, wie auch hier bei den Kulturtagen, stehen in der Regel keine Satzzeichen. Das gibt den Moderatoren die Freiheit, auf dem Podium gemeinsam zu überlegen: Ist „inklusiv und gleichwertig“ schlicht eine Tatsache, die uns zufrieden zurücklehnen lässt? Oder jubeln wir gar „Inklusiv und gleichwertig!“, rückblickend auf ein Vierteljahrhundert seit den ersten Kulturtagen in Hamburg? Oder kreisen unsere Gedanken nach wie vor um die Frage: "inklusiv und gleichwertig??" All das und vieles mehr werden wir mit ausgewählten Podiumsgästen aus Politik, Kultur, Wissenschaft, Jugend und Sport diskutieren, erörtern und in Frage stellen, uns mit ihnen beraten und uns gegenseitig informieren. Selbstverständlich interessiert uns dabei auch die Sichtweise der Basis: Mit einem visuellen Begleitprogramm werden wir Stellungnahmen diverser Personen aus der Gebärdensprachgemeinschaft zu diesen Fragen auf der Bühne zeigen.

Podiumsgäste: Jürgen Dusel (Potsdam, Behindertenbeauftragter des Landes Brandenburg), Prof. Dr. Ulrich Hase (Rendsburg, Behindertenbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein, Ehrenpräsident des Deutschen Gehörlosen-Bundes e.V. und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft der Hörgeschädigten - Selbsthilfe und Fachverbände e.V.), Norbert Hensen (Berlin, Präsident des Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes e.V.), Helene Jarmer (Wien/Österreich, Abgeordnete zum Nationalrat 2009-2017, Präsidentin des Österreichischen Gehörlosen-Bundes e.V.), Elisabeth Kaufmann (München, Vorsitzende des Deutschen Gehörlosen-Theaters e.V. und Vorsitzende des Gehörlosenverbandes München und Umland e.V.), Prof. Dr. Christian Rathmannn (Berlin,Leiter der Abteilung Deaf Studies und Gebärdensprachdolmetschen, Humboldt-Universität zu Berlin), Helga Stevens (Gent/Belgien, Abgeordnete des Europäischen Parlaments seit 2014, Stellvertretende Vorsitzende der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer (ECRS) und stellvertretende Vorsitzende der Interfraktionellen Arbeitsgruppe Behinderte des Europäischen Parlaments), Conny Tiedemann (Hamburg, frühere Vorsitzende der Deutschen Gehörlosen-Jugend e.V.)

Moderatoren: Prof. Sabine Fries (Landshut, Leiterin des Studiengangs Gebärdensprachdolmetschen und Gebärdensprachgemeinschaft, Hochschule Landshut) und Thomas Geißler (Berlin, Hochschuldozent in der Abteilung Deaf Studies und Gebärdensprachdolmetschen, Humboldt- Universität zu Berlin)

 

Donnerstag, 18:30 - 19:30 Uhr: Offene Diskussion

Offene Diskussion des Publikums zum Motto der Kulturtage 

Ergänzend zur vorherigen großen Podiumsdiskussion werden die Moderatoren nun dem Publikum die Gelegenheit geben, Stellung zu beziehen und sich ebenfalls auf dem Podium zu äußern. Darin liegt eine große Chance: Die verschiedenen Meinungen und Standpunkte aus der Podiumsdiskussion und aus der offenen Diskussion des Publikums können gesammelt und erfasst werden und zu einem umfassenden Meinungsbild über den aktuellen Status der Gebärdensprachgemeinschaft führen. Dieses Meinungsbild kann und soll als Orientierung für das gegenwärtige und zukünftige Engagement der Gebärdensprachgemeinschaft und des Deutschen Gehörlosen-Bundes mit seinen Mitgliedsverbänden dienen. Schließlich soll es damit verknüpft werden, was die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen bereits gefordert hat: Dass der Gebärdensprachgemeinschaft als ein inklusiver und gleichwertiger Teil der deutschen Gesellschaft der Weg zur Inklusion, Teilhabe und Gleichberechtigung geebnet werden soll. 

Moderatoren: Prof. Patricia Hermann-Shores (Schaffhausen/Schweiz, Hochschuldozentin an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik in Zürich) und Thomas Mitterhuber (München, Chefredakteur der Deutschen Gehörlosen-Zeitung)

 

Forumsbereich Kultur, Gunter Trube-Raum

Freitag, 9:30 - 10.30 Uhr: Forum Gebärdensprache

Meine DGS“ – Vom Korpus zum Wörterbuch"

Die Vortragenden berichten aus ihrer aktuellen Forschung zur DGS. Sie stellen das öffentliche Korpus vor, das nun online zur Verfügung steht. In dieser Filmsammlung sind 50 Stunden gebärdete Gespräche und Erzählungen von Gehörlosen aus ganz Deutschland enthalten. Die Gebärdenfilme wurden und werden zur Erstellung des DGS-Wörterbuchs ausgewertet. Es wird gezeigt, wie in den Daten z.B. regionale Unterschiede (Dialektgebärden) entdeckt wurden. Weitere Informationen zur Verbreitung und Bedeutung der Gebärden werden mit dem DGS-Feedbacksystem gesammelt. Die Hinweise der Feedback-Teilnehmer helfen dabei, die Beschreibungen im Wörterbuch besser und genauer zu machen. Von diesem DGS-Wörterbuch werden erste Entwürfe gezeigt.

Referenten: Lutz König (Hamburg) und Satu Worseck (Hamburg), Mitglieder des Korpus-Teams, Institut für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser, Universität Hamburg

Moderator: Alexander von Meyenn (Vorsitzender des Bundesverbandes der Dozenten für Gebärdensprache)

 

Freitag, 11:00 - 12:00 Uhr: Forum Kulturarbeit

Unsere Kulturarbeit: gestern, heute und morgen"

Die Bundesvereinigung für Kultur und Geschichte Gehörloser e.V. (BV KuGG) besteht im Jahr 2018 25 Jahre. Eine zusammenfassende Rückschau von der Gründung bzw. Entstehungsgeschichte der Interessengemeinschaft zur Förderung der Kultur Gehörloser (IFKG), der Zusammenführung mit der Deaf History-Interessengruppe zur „Kultur und Geschichte Gehörloser e.V.“ wird gegeben. Die Einrichtung von den Abteilungen „Theater“, „Kunst“, „Film“, „Deaf History“ und „Deaf Studies“ fand 2013 seinen Abschluss. Die Aufgaben der Abteilungen werden vorgestellt.  Ziele sind die Weiterführung der Bildungsangebote bzw. der Workshops für Künstler, Filmemacher usw.

Referenten: Dorothy Buhr (Vorsitzende der Bundesvereinigung für Kultur und Geschichte Gehörloser e.V.), und Jürgen Schlechter (2. Vorsitzender der Bundesvereinigung für Kultur und Geschichte Gehörloser e.V.)

Moderator: Benedikt J. Sequeira Gerardo (Berlin, Unternehmer und Künstler)

 

Freitag, 13:00 - 14:00 Uhr: Forum Gebärdensprachpoesie/Visual Vernacular

Experten der Gebärdensprachperformance

Die zwei international bekannten tauben Persönlichkeiten, Laura Valyte und Guiseppe Giuranna, haben viel gemeinsam: Sie sind in anderen Ländern geboren worden: Laura in Litauen und Guiseppe in Italien. Beide haben gehörlose Eltern. Beide sind künstlerische Multitalente und Meister in der Gebärdensprachperformance.  Die beiden werden über ihre Erfahrungen und über ihre Darstellungen (Gebärdensprachpoesie / Visual Vernacular) sowie von ihren bundesweiten und internationalen Auftritten berichten 

Referenten: Giuseppe Giuranna (Berlin, Gebärdenkünstler und Schauspieler), Laura Valyte (Hamburg, Gebärdensprachpoetin, Tänzerin und Fotomodell)

Moderator: Stefan Goldschmidt (Hamburg, Lektor am Institut für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser, Universität Hamburg)

 

Freitag, 14:30 - 15:30 Uhr: Forum Kunst

Verschiedene Kunststile und Themen bei der Kunstausstellung der 6. Kulturtage

Mehrere Künstlerinnen und Künstler präsentieren ihre Werke an den drei Tagen der Kulturtage in einer Kunstausstellung. In diesem Forum werden sie über ihre verschiedenen Kunststile und ihre Erfahrungen mit Farbe, Form und Material berichten. Dadurch werden die verschiedenen Zugänge zur Kunst für das Publikum deutlich gemacht. 

Podiumsgäste: Emin Luis Aksoy (Berlin), Robert Bisl (München), Dieter Fricke (Flörsheim am Main), Jürgen Klein (Koblenz), Sophia Mushold (Berlin), Sophia Ringwelski (Welver), Valentin Walter (Wiesbaden)

Moderator: Roland Kühnlein (München, Leiter der Theatergruppe THOW SHOW aus München, Schauspieler und Kunstschaffender)

 

Freitag, 16:00 - 17:30 Uhr: Forum Film

Filmwettbewerb bei den 6. Kulturtagen

In diesem Forum werden die drei Gewinnerinnen und Gewinner des Filmwettbewerbs vorgestellt, die vor Beginn der Kulturtage von der dafür eingerichteten Filmjury aus Manfred Mertz (Koblenz), Thomas Zander (Potsdam), Christina Schönfeld (Potsdam) und David de Keyzer (Reims/Frankreich) ausgewählt wurden. Die Filmemacher stellen ihre Werke vor und erläutern die Ideen und die Hintergründe, die zu ihrem Film geführt haben. Das Publikum hat die Möglichkeit, Fragen zu stellen und seine Eindrücke und Interpretationen mit den Filmemachern zu diskutieren. Die drei Filme werden bei der Talkshow I am Donnerstagabend vorgeführt.

Podiumsgäste: Mila Hergert & Kevin Kiekbusch (Berlin), Eyk Kauly (Tübingen), Pavel Rodionov (Köln)

Moderatoren: Mitglieder der Filmjury

 

Freitag, 18:00 - 19:00 Uhr: Forum Fotographie

Fotowettbewerb bei den 6. Kulturtagen

Es werden Dominika Belz, Andreas Nagel und Ben Unger als Gewinnerinnen und Gewinner des Fotowettbewerbs vorgestellt, die vor Beginn der Kulturtage von der dafür eingerichteten Fotojury ausKerstin Reiner-Berthold (Schramberg), Anton Schneid (München), Jolanta Paliszewska (Berlin) und Dieter Fricke (Flörsheim am Main) ausgewählt wurden. Die Fotografen stellen jeweils ihre Bilder vor und erläutern die Ideen und die Hintergründe, die zu ihren Bildern geführt haben. Das Publikum hat die Möglichkeit, mit ihnen die Eindrücke und Interpretationen der Bilder zu diskutieren und Fragen zu stellen. Die Bilder werden an den drei Tagen der Kulturtage in einer Fotoausstellung präsentiert. 

Podiumsgäste: Dominika Belz (Siegen), Andreas Nagel (Überlingen), Ben Unger (Hamburg)

Moderatoren: Mitglieder der Fotojury

 

Samstag, 9:00 - 10:00 Uhr: Forum Geschichte

Geschichte der Gehörlosen- und Hörbehinderten-Bewegung in der ehemaligen DDR von 1957 – 1990/91 – „Einst und heute

Die Referenten wollen mit dem o.g. Geschichtsthema die Geschichte der ostdeutschen Gehörlosen-/ Hörbehinderten-Bewegung in der ehemaligen DDR von 1957 bis 1990/91 beleuchten, da es auf deutschem Boden zwei Gehörlosen- und Hörbehindertenverbände gegeben hat. Zugleich wird aufgezeigt, welche Möglichkeiten die Betroffenen, insbesondere die kommunikativ behinderten Menschen, in Ostdeutschland erhalten haben. 

Referenten: Karlheinz Kunze (Berlin, Gründer und Projektkoordinator des Fördervereins) und Angela Winkler-Ruppert (Berlin, Bildungsreferentin für Kinder- und Jugendarbeit, Förderverein der Gehörlosen der neuen Bundesländer e.V.) 

Moderatorin: Karin Tattermusch (Vorsitzende des Landesverbandes der Gehörlosen Thüringen e.V.)

 

Samstag, 10:30 - 11:30 Uhr: Forum Internationale Künstler

Internationaler Austausch im Bereich der Gehörlosenkultur

David de Keyzer ist Leiter des bekannten internationalen Kulturfestivals „Clin d’oeil“ in Reims/Frankreich, welches seit 2003 bereits achtmal stattgefunden hat. Er berichtet von besonderen Kulturveranstaltungen für/von Gebärdensprachnutzer/n auf der ganzen Welt und stellt verschiedene taube Künstler vor.  Weiterhin stellen Samuel Karunya und Kavita Pipalia die internationale Stiftung namens „Global Deaf Aid Foundation“ aus den USA vor, die sich für eine weltweite Unterstützung der Gehörlosen und Gebärdensprachnutzer einsetzt. Kavita Pipalia ist gebürtige Inderin und in einer Vielzahl von Organisationen aktiv, die sich den Bedarfen tauber Menschen widmen. Karunya Samuel arbeitet eng mit Bundesbehörden und Ämtern zusammen, um diese Menschen für das Leben tauber Menschen zu sensibilisieren. 

Referenten: Samuel Karunya (Washington, D.C./USA, geschäftsführender Direktor der „Global Deaf Aid Organisation“), David de Keyzer (Reims, Geschäftsführer des Vereins „Cinesourds“, Frankreich), und Kavita Pipalia (Kalifornien/USA, Mitglied der Geschäftsführung von der „Global Deaf Aid Organisation“)

Moderator: Benedikt J. Sequeira Gerardo (Berlin, Unternehmer und Künstler)

 

Samstag, 12:00 - 13:00 Uhr: Forum Theater

Künstlerin von klein auf

Die künstlerische Ausbildung von Kassandra Wedel begann bereits in ihrer Kindheit mit Tanzen, Theater und Malen. Später studierte sie Theaterwissenschaften und Kunstpädagogik an der Ludwig-Maximilian-Universität München. Seit 2012 ist sie Ensemblemitglied des Deutschen Gehörlosen Theaters. 2015 spielte sie in dem Tatort „Totenstille“ eine gehörlose Tanztrainerin.2016 gewann sie den Pro 7-Wettbewerb „Deutschland tanzt“ und wird einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Über ihre Erfahrungen in diesen Bereichen wird Kassandra Wedel im Forum erzählen.

Referentin: Kassandra Wedel (München, freischaffende Tänzerin, Choreografin und Schauspielerin)

Von der Idee bis zum fertigen Stück

Ute Sybille Schmitz zeigt eine Präsentation zu diesem Thema. Gleichzeitig sollen offene Fragen vom Publikum beantwortet werden, die im Zusammenhang mit ihrer Präsentation auftreten. Wünschenswert fände sie es, wenn nach der Präsentation einzelne Zuschauer Interesse erkennen lassen, dass sie selbst einmal ein Theaterstück „auf die Beine“ stellen möchten. Ute Sybille Schmitz hat u.a. diverse Theaterstücke mit dem Berliner Tauben Theater entwickelt, Regie bei Kurzfilmen geführt, ist Filmemacherin, Drehbuchautorin und hat ihren Abschluss in Belletristik gemacht.

Referentin:  Ute Sybille Schmitz (Berlin, Vorsitzende des Vereins „Die Visionäre e.V.“ und Leiterin des Berliner Tauben Theaters)

Moderatorin: Elisabeth Kaufmann (Vorsitzende des Deutschen Gehörlosen-Theaters e.V. und Vorsitzende des Gehörlosenverbandes München und Umland e.V.) 

 

Forumsbereich Politik, Gerlinde Gerkens-Raum

Freitag, 9:30 - 10:30 Uhr: Forum Europa

Aktuelle Themen beim Europäischen Gehörlosen-Verband (EUD)

Auf europäischer Ebene ist zu beobachten, dass die Behindertenpolitik stetig wichtiger wird. Vor allem der Entwurf und die Umsetzung des EAA (European Accessibility-Act), die Richtlinien zu barrierefreien Produkten und Dienstleistungen, wurden und werden sehr stark diskutiert. Die EAA soll Mindestanforderungen der Barrierefreiheit wichtiger Produkte und Dienstleistungen festschreiben, sodass sie in allen EU-Mitgliedstaaten angeboten werden können. Als Nichtregierungsorganisation verfolgt die EUD (European Union of the Deaf) diesen Prozess mit ihrem Präsidenten Markku Jokinen. Die EUD steht für die politische Arbeit für taube Menschen und Gebärdensprachnutzer auf europäischer Ebene und nimmt Stellung zu aktuellen Entwicklungen bezüglich Sprachenrechte und Barrierefreiheit.

Referent: Dr. Markku Jokinen (Finnland, Präsident der European Union of the Deaf (EUD), geschäftsführender Direktor des Finnischen Gehörlosen-Bundes)

Moderator: Helmut Vogel (Präsident des Deutschen Gehörlosen-Bundes e.V.)

 

Freitag, 11:00 - 12:00 Uhr: Forum Behindertenrechtskonvention 

Nationaler Aktionsplan zur UN-Behindertenrechtskonvention

Zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention (BRK) der Vereinten Nationen (UN) hat die Bundesregierung im letzten Jahr den zweiten Nationalen Aktionsplan entwickelt. Dieser Aktionsplan ist in 13 Handlungsfelder unterteilt, z.B. Arbeit, Teilhabe, Bildung, Gesundheit. Dieser Aktionsplan steht auch im Zusammenhang mit dem ersten deutschen Staatenbericht vor dem Vertragsausschuss. Wie der Aktionsplan in den nächsten Jahren fortgeschrieben werden soll, darüber berichtet Andre Necke vom BMAS mit dem Schwerpunkt, was dies für gehörlose Menschen und ihre Lebenssituation bedeutet.

Referent: Andre Necke (Berlin, Referat Va5 „Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention: Focal Point, Nationaler Aktionsplan“ im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS))

Moderator: Daniel Büter (Berlin, Referent für politische Bildung und Öffentlichkeitsarbeit beim Deutschen Gehörlosen-Bund e.V.)

 

Freitag, 13:00 - 14:30 Uhr: Forum Internationales

Die politische Arbeit nationaler Gehörlosenverbände

Die Vertreter/innen der vier nationalen Gehörlosenbünde (Frankreich, Österreich, Schweiz und Deutschland) berichten von den Erfahrungen aus ihrer politischen und gesellschaftlichen Arbeit. Seit 2010 haben auf der Basis einer guten Zusammenarbeit dreier Gehörlosenbünde drei Bildungs- und Fachkongresse im deutschsprachigen Raum stattgefunden. Der französische Gehörlosenbund ist Gastgeber des nächsten Weltkongresses des Weltverbands der Gehörlosen (World Federation of the Deaf, WFD) 2019 in Paris.

Podiumsgäste: Dr. Tatjana Binggeli (Basel, Präsidentin des Schweizerischen Gehörlosen-Bundes (SGB-FSS)), Helene Jarmer (Wien, Präsidentin des Österreichischen Gehörlosen-Bundes (ÖGLB)), Ronit Leven (Paris, Vizepräsidentin des Französischen Gehörlosen-Bundes, (FNSF)), Helmut Vogel (Frankfurt/Main, Präsident des Deutschen Gehörlosen-Bundes (DGB))

Moderatorin: Prof. Sabine Fries (Leiterin des Studiengangs Gebärdensprachdolmetschen und Gebärdensprachgemeinschaft, Hochschule Landshut)

 

Freitag, 14.30 - 15.30 Uhr: Forum Zukunft der Gebärdensprachgemeinschaft

Gebärdensprachgemeinschaft - Wie sieht sie heute und morgen aus?

Der medizinische und technische Fortschritt der letzten 30 Jahre hat dazu geführt, dass sich die Gehörlosengemeinschaft in den letzten 30 Jahren verändert hat. Es gibt medizinisch gesehen weniger „gehörlose“ Menschen und dafür mehr hörbehinderte Menschen, die technische Hilfsmittel verwenden. Trotzdem bleibt die Wichtigkeit der Gebärdensprache für einen Teil dieser hörbehinderten Menschen bestehen. Daher soll es über die Definition des Begriffs „Gebärdensprachgemeinschaft“ auch diskutiert werden. Nach diesen Impulsvorträgen von Thomas Worseck und Uwe Schönfeld hat das Publikum die Möglichkeit, gemeinsam diese Fragen zu diskutieren und ihre Einschätzung zur gegenwärtigen und zukünftigen Rolle der Gebärdensprachgemeinschaft abzugeben.

Referenten und Moderatoren: Uwe Schönfeld (Potsdam, 1. Vorsitzender des Zentrums für Kultur und visuelle Kommunikation der Gehörlosen in Berlin und Brandenburg e.V. und 2. Vorsitzender des Landesverbandes der Gehörlosen Brandenburg e.V.), Thomas Worseck (Hamburg, Geschäftsführer des Gehörlosenverbandes Hamburg e.V.)

 

Freitag, 16:30 - 17:30 Uhr: Forum Behindertenpolitik 

Aktuelle behindertenpolitische Arbeit im Parlament

In diesem Forum steht die behindertenpolitische Arbeit der jetzigen Legislaturperiode (2017-2021) im Vordergrund. Die Regierungskoalition der CDU/CSU und SPD hat in den Koalitionsvereinbarungen verschiedene Vorhaben angekündigt, ein Schwerpunkt davon ist der Ausbau der kommunikativen Barrierefreiheit im gesellschaftlichen Leben. Bei der Novellierung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) sollen private Anbieter von Gütern und Dienstleistungen verpflichtet werden, kommunikative Barrieren durch sogenannte „angemessene Vorkehrungen“ abzubauen. Die anwesenden Bundestagsabgeordneten von diversen Parteien werden über den aktuellen Stand der behindertenpolitischen Arbeit diskutieren.  

Podiumsgäste: Dr. Matthias Bartke (Hamburg, Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales, SPD),  Jens Beeck (Lingen /Ems, Behindertenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion der FDP), Sören Pellmann (Leipzig, Behindertenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Die Linke), Corinna Rüffer (Trier, Behindertenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen), Bundestagsabgeordneter der CDU (angefragt)

Moderator: Daniel Büter (Berlin, Referent für politische Bildung und Öffentlichkeitsarbeit beim Deutschen Gehörlosen-Bund e.V.)

 

Freitag, 18:00 - 19:00 Uhr: Forum Kommunalpolitik

Kommunalpolitik – Politik vor Ort mitgestalten 

Soziale und kulturelle Teilhabe beginnt vor Ort, und als Mandatsträger wie z.B. als Stadtverordneter kann man Einfluss darauf nehmen. Im Jahr 2016 ist Sascha Nuhn in Bad Vilbel zum Stadtverordneten gewählt worden. In diesem Vortrag wird er über seine Erfahrungen berichten und zeigen, wie man in der Kommune Einfluss auf Barrierefreiheit, Inklusion und soziale Teilhabe nehmen und sich für Veränderungen einsetzen kann. Auch möchte er darlegen, warum die Bundespolitik in manchen Bereichen keinen Einfluss auf die Kommunalpolitik hat.

Referent: Sascha Nuhn (Bad Vilbel, Stadtverordneter in Bad Vilbel, Die Grünen und Vorsitzender für Bereich Sprache beim Hessischen Verband für Gehörlosen und hörbehinderte Menschen e.V.)

Moderator: Steffen Helbing (Vorsitzender des Landesverbandes der Gehörlosen Brandenburg e.V.)

 

Samstag, 9.00 - 10.00 Uhr: Forum Sprachliche Minderheit

Gebärdensprachgemeinschaft im Aufwind: Ein Minderheitenschutz inklusiv

In der letzten Zeit setzt sich die Europäische Union stark für die Förderung der Gebärdensprache ein, wie die am 23.11.2016 verabschiedete Resolution zeigt. Jedoch fragen viele, wie dieses EU-Statement am besten in Deutschland umgesetzt wird. Dabei versucht der Vortrag über die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen die Möglichkeiten aufzuzeigen, die die Gebärdensprachgemeinschaft von heute in einer europäischen „inklusiven“ Gesellschaft hat.

Referent: Thomas Wartenberg (Erfurt, Dipl. Sozialarbeiter/Sozialpädagoge, Frühförderer und Pädagogischer Kommunikationsassistent beim Frühförder- und Beratungszentrum Erfurt des Herbert Feuchte Stiftungsverbundes gGmbH)

Moderator: Dr. Okan Kubus (Vorstandsmitglied der „Gesellschaft für Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser e.V.“ (GGKG)) 

 

Samstag 10.30 - 11.30 Uhr: Forum Behindertenrecht

Bundesteilhabegesetz

Bringen mir die Gesetzesänderungen durch das BTHG überhaupt etwas? Welche Leistungsansprüche bestehen? Kann ich Dolmetscherkosten für private Anlässe beantragen? Wie sieht es mit Einkommen und Vermögen aus? Wo kann ich einen Antrag stellen? Ab wann gelten die neuen Regelungen?  Bleiben die alten gesetzlichen Regelungen bezüglich der Dolmetscherkostenübernahme erhalten (z.B. § 17 Abs. 2 SGB I)?

Referentin: Judith Hartmann (Hamburg, Fachanwältin für Sozialrecht)

Behindertengleichstellungsgesetz

Die zentralen Rechte aus dem Bundesbehindertengleichstellungsgesetz (BGG) und der Kommunikationshilfeverordnung (KHV) werden vorgestellt sowie deren praktische Umsetzung: Inhalt und Grundlagen zum Behindertengleichstellungsgesetz - Berichte aus der Praxis und die Überschneidungen von Bundes- und Landesbehörden - Fazit und Handlungsempfehlung für die Stärkung der Rechte auf Verwendung der Gebärdensprache in der Kommunikation mit den Behörden.

Referent: Sven Niklas (Berlin, Jurist, Verwaltungsangestellter bei der Bundesfachstelle Barrierefreiheit der Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See)

Moderator: Thomas Ritter (Vorsitzender des Landesverbandes der Gehörlosen Niedersachsen e.V.)

 

Samstag, 12:00 - 13:00 Uhr: Forum Dolmetschen

Was Ihr schon immer über Telesign und Tess wissen wolltet

Warum muss ich für private Telefonate zahlen? In der Schweiz ist das ganz anders!

Warum muss ich zwischen privaten und beruflichen Telefonaten unterscheiden?“ 

Kann ich mir einen bestimmten Dolmetscher für mein Telefonat wünschen?“ 

Mit einem Rückblick auf den Ursprung und die Entwicklung der Dolmetschdienste Telesign und Tess werden diese und auch andere Fragen beantwortet. Es war eine ursprüngliche Idee von der "Deutschen Gesellschaft für Hörgeschädigte - Selbsthilfe und Fachverbände". Weiterhin werden die Besonderheiten des Ferndolmetschens vorgestellt. 

Referenten: Sabine Broweleit (Rendsburg, Geschäftsführerin des Tess - Sign & Script - Relay-Dienste für hörgeschädigte Menschen GmbH) und Marion Jokisch (Köln, Geschäftsführerin der Telesign Deutschland GmbH, Gebärdensprachdolmetscherin)

Moderatorin: Karina Knipping (2. Vorsitzende desBundesverbandes der Gebärdensprachdolmetscher/ -innen Deutschlands (BGSD) e.V.)

 

Forumsbereich Fachthemen, Jochen Muhs-Raum

Freitag, 9:30 - 10.30 Uhr: Forum Notruf

Barrierefreier Notruf – Wunsch und Wirklichkeit

Seit Jahren setzt sich der Deutsche Gehörlosen-Bund dafür ein, die „Bundes-App“ für die barrierefreien Notrufe rund um die Uhr einzurichten. Das wurde im letzten Jahr durch die beim Deutschen Bundestag beschlossene Änderung des § 45 TKG teilweise möglich gemacht. Der Telefondolmetschdienst inklusive Notruf in Gebärdensprache und per Schrift soll im kommenden Jahr über eine entsprechende Stelle rund um die Uhr eingerichtet sein. Damit wurde der Wunsch der überwältigenden Mehrheit von Hörbehinderten bei der DGB-Fachtagung „Barrierefreier Notruf“ vom 29.11.2016 teilweise erfüllt.

Referent: Bernhard Harz (Feuerwehr Berlin, Vorsitzender der „Expertengruppe Notrufe“  (EGN) als  Gremium  der Ständigen  Konferenz  der Innenminister  und  -senatoren der  Länder)

Moderator: Wolfgang Bachmann (2. Vizepräsident des Deutschen Gehörlosen-Bundes e.V.)

 

Freitag, 11:00 - 12:00: Forum Entwicklungszusammenarbeit

NAUWU = Nothing About Us Without Us (Nichts Über Uns Ohne Uns) in der Entwicklungszusammenarbeit

Robert Remarque Grund, gehörlos, engagiert sich über 10 Jahre vorwiegend ehrenamtlich für die deutsch-nordkoreanische Gehörlosen-Entwicklungszusammenarbeit und setzt sich aktiv für die praktische Umsetzung der UN-BRK in der Entwicklungszusammenarbeit ein. Mit seiner Präsentation wird er das Arbeitsprinzip „NAUWU“ in der Gehörlosen-Entwicklungszusammenarbeit anhand seiner vierjährigen Erfahrung vor Ort in Nordkorea näher erläutern.

Referent: Robert Remarque Grund (Berlin, Vorstandsmitglied des Vereins TOGETHER-Hamhung e.V., Mitarbeiter für Flüchtlingsfragen beim Förderverein der Gehörlosen der neuen Bundesländer e.V.)

Nachhaltige Entwicklung für Alle

bezev (Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit) setzt sich dafür ein, dass die deutsche Entwicklungszusammenarbeit inklusiv wird und die neuen nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen inklusiv umgesetzt werden. Als ein positives Beispiel wird das Programm „weltwärts“ vorgestellt, mit dem Menschen mit und ohne Beeinträchtigung/Behinderung einen Freiwilligendienst in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa leisten können.

Referentin: Gabriele Weigt (Essen, Geschäftsführerin des Vereins „Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit e.V.“ (bezev))

Moderator: Friedhelm Zeiß (Vorsitzender der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Evangelische Gehörlosenseelsorge e.V. (DAFEG) und Beauftragter für Gehörlosenseelsorge in der Evangelischen Kirche der Pfalz)

 

Freitag, 13:00 - 14:00, Forum Medien

Wann kommt die volle Barrierefreiheit in den Medien? 

Gehörlose bezahlen seit 5 Jahren eine Rundfunkgebühr. Es gibt langsam mehr Angebote in Gebärdensprache – allerdings nur im internetfähigen Fernsehen (HBB-TV) und nicht im linearen Fernsehen. Die Untertitelquote ist vor 5 Jahren bei ARD, ZDF und den dritten Regionalprogrammen zuerst stark gestiegen und hat dann nachgelassen. Die Spartensender ARTE, Phoenix, ZDFneo usw. liegen weit hinter den Erwartungen zurück. Private Fernsehsender haben sich erst in letzten Jahren bemüht, vermehrt zu untertiteln. „Sehen statt Hören“ zeigt heutzutage zu viele Wiederholungen und wird vom Bayerischen Rundfunk fast alleine finanziert. Es stellt sich die Frage, wie lange es dauert, bis die Barrierefreiheit entsprechend der UN-Behindertenrechtskonvention vollständig umgesetzt ist.

Podiumsgäste: Cornelia Holsten (Bremen, Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt und Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten), Jürgen Kleinknecht (Mainz, Hauptredaktion Neue Medien beim ZDF) und Niels Rasmussen (Hamburg, Leiter der Arbeitsgruppe Barrierefreiheit der ARD).

Moderator: Bernd Schneider (Vorsitzender des Landesverbandes Bayern der Gehörlosen e.V. und Leiter der Arbeitsgruppe für barrierefreie Medien bei der Deutschen Gesellschaft der Hörgeschädigten - Selbsthilfe und Fachverbände e.V.)

 

Freitag, 14:30 - 15:30 Uhr: Forum Arbeit

Abbau der Barrieren im Arbeitsleben

Im Vortrag werden verschiedene Perspektiven zur Teilhabe der Menschen, die Gebärdensprache(n) als Erstsprache(n) verwenden, im Arbeitsleben ausführlich erörtert: (i) Menschen mit Hörbehinderungen (ii) Gebärdensprachdolmetschende, die im Kontext der Teilhabe im Arbeitsleben tätig sind, und (iii) Beratungsstellen.  Vorläufige Ergebnisse wurden im Rahmen des europäischen Projekts DESIGNS (in Zusammenarbeit mit den Projektpartnerinnen aus Schottland und Irland sowie mit dem Europäischen Forum der Gebärdensprachdolmetscher*innen und mit dem Europäischen Gehörlosenverband) gewonnen und vorgestellt. Zentrale Fragen wurden gestellt: Welche Barrieren zur Teilhabe im Arbeitsleben gibt es, und wie können sie abgebaut werden? 

Referent: Prof. Dr. Christian Rathmann (Berlin, Linguist und Leiter der Abteilung Deaf Studies und Gebärdensprachdolmetschen, Institut für Rehabilitationswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin)

Moderator: Jens Langhof (Vorsitzender des Landesverbandes der Gehörlosen Sachsen e.V.) 

 

Freitag, 16:30 - 17:30 Uhr: Forum Cybermobbing

Ab wann wird die Mediennutzung krank?

Wir alle nutzen täglich das Internet. Die positiven Auswirkungen sind unumstritten, doch ab wann macht die Mediennutzung krank? Wann ist man selbst Täter und/oder Opfer? Wie erkenne ich die ernsthaften psychischen Belastungen durch soziale Medien? In diesem Vortrag wird versucht auf diese Fragen, anhand von konstruierten Fallbeispielen, eine Antwort zu finden.

Referenten: Jürgen Endress (Hanau, Medienproduzent und Gebärdensprachkünstler), Irena Popovic (Wuppertal, Gebärdensprachdozentin) und Bettina Scholz-Wiedenbusch (Lengerich, Diplom-Psychologin und approbierte Psychotherapeutin, Behandlungszentrum für Hörgeschädigte der LWL-Klinik Lengerich)

Moderator: Stefan Goldschmidt (Hamburg, Lektor beim Institut für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser, Universität Hamburg)

 

Freitag, 18:00 - 19:00: Forum Soziale Medien

Wie kann Facebook, Twitter & Co. bei der politischen Arbeit helfen?

Soziale Medien wie Facebook, Twitter oder Instagram sind heutzutage beliebt und nicht mehr wegzudenken. Vor allem für Gehörlose und Gebärdensprachnutzer sind Videofilme (Vlogs) von großer Bedeutung, weil sie den Austausch von Informationen sowie Diskussionen in Gebärdensprache ermöglichen und die Entwicklung u.a. in gesellschaftspolitischen Bereichen vorantreiben können. Als Beispiele sind #AktionDGS, #RettetdenDGB, #hartgegenbarrieren, #nichtmeingesetz zu nennen. Über ihre Erfahrungen berichten drei Social Media-Aktivisten aus verschiedenen Bereichen.

Podiumsgäste: Björn Blumeier (Berlin, Veranstaltungsmanager), Raul Krauthausen (Berlin, Gründer und Vorsitzender des Vereins „Sozialhelden“ sowie Mitgründer der AbilityWatch) und Viola Kunkel (Würzburg, Dozentin für Deutsche Gebärdensprache und Betreiberin der Gebärdensprachschule „DGScafe“ in Würzburg)

Moderatorin: Katja Fischer (Berlin, Hochschuldozentin und Dolmetscherin für Gebärdensprache)

 

Samstag, 9:30 - 10:30 Uhr: Forum Cochlear Implantat und Gebärdensprache

CI und Gebärde - geht das? 

Das CI löst große Unruhe in der Gebärdensprachgemeinschaft aus und wird sehr kontrovers diskutiert bis hin zu Anfeindungen und Beleidigungen. In dem Vortrag werden sowohl die Perspektiven der Eltern und Ärzte als auch die Grenzen des CI und die Möglichkeiten mit Gebärdensprache dargestellt. Des Weiteren werden anhand von Beispielen die Reaktion in den sozialen Medien diskutiert: CI und Gebärde - geht das? 

Referenten: Simone Bräunlich (Hamburg, M.A.-Sozialpädagogik) und Dr. Oliver Rien (Mildstedt, Diplom-Psychologe beim Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerk Husum, Dozent)

Moderatorin: Dr. med. Ulrike Gotthardt (Präsidiumsmitglied des Deutschen Gehörlosen-Bundes e.V.)

 

Samstag, 10:30 - 11:30 Uhr: Forum Bildung

Ist „DGS“ in Zukunft erlernbar an allen Schulen?

In Berlin, Brandenburg und Hamburg gibt es offizielle Rahmenlehrpläne für die DGS an Grundschulen, Gesamtschulen und Gymnasien. Was ist mit den anderen Bundesländern? Gibt es dort keinen Anspruch auf DGS ungeachtet dessen, dass  viele Eltern für den Einsatz von DGS im Unterricht kämpfen!? Wie können Eltern für ihre tauben und schwerhörigen Kinder den Anspruch auf DGS in den Schulen durchsetzen? Wie kann DGS in Zukunft bundesweit in allen Schulen als Unterrichtsfach umgesetzt werden? Die Referenten berichten von ihren langjährigen Erfahrungen aus dem bilingualen Schulalltag und zeigen neue Wege und Möglichkeiten auf.

Referenten: Sieglinde Lemcke (Berlin, Lehrerin an der Ernst-Adolf-Eschke-Schule Berlin), Lutz Pepping (Berlin, Lehrer an der Ernst-Adolf-Eschke-Schule Berlin) und Asha Rajashekhar (Hamburg, Lehrerin an der Elbeschule Hamburg)

Moderator: Martin Magiera (Vorsitzender des Landesverbandes der Gehörlosen Nordrhein-Westfalen e.V.)

 

Samstag, 12:00 - 13:00: Forum Gesundheit

Yoga & Gesundheit - Körper, Geist und Seele wieder in Einklang bringen!

Was bedeutet Yoga? Wie wirkt sich Yoga auf die Gesundheit aus?  Wie schafft man mit Yoga zurück zum inneren Gleichgewicht? All das und vieles mehr erfährt man in diesem Vortrag!

Referentin: Betty Schätzchen (Berlin, Heilpraktikerin und Dozentin zum Thema Yoga und Thaimassagen für Hörbehinderte und Hörende)

Moderatorin: Dr. med. Ulrike Gotthardt (Präsidiumsmitglied des Deutschen Gehörlosen-Bundes e.V.)

 

Forumsbereich Personengruppen, Gertrud Mally-Raum

Freitag, 9.30 - 10.30 Uhr: Forum Gender / Queer

Taub und LGBT (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender) - viele intersektionalen Perspektiven

Es ist typisch für unsere Gesellschaft, alles in Kategorien einzuteilen, zum Beispiel in taub und hörend, in Frau und Mann, in schwarz und weiß. Aber gibt es nicht auch etwas dazwischen? Die Vortragenden zeigen, dass es noch etwas zwischen diesen Zweiteilungen (Binaritäten) gibt. Auch berichten sie, welchen Einfluss der Feminismus auf Herrschaftsformen nimmt und erklären das visuelle Konzept des „Gender Unicorn“.

Referenten: Sofie F. Sennels (Norwegen, Anthropologin und Teilnehmerin der Frontrunners 13) und Martin Vaheamäe-Zierold (Berlin, Student der Sozialpädagogik an der Alice Salomon-Hochschule in Berlin und politischer Aktivist)

Moderatorin: Marietta Schumacher (1. Vizepräsidentin des Deutschen Gehörlosen-Bundes e.V.)

 

Freitag, 11:00 - 12:00 Uhr: Forum Frauen

Selbstbestimmt leben ohne Gewalt! Wie ist das möglich?

Studien belegen, dass gehörlose Frauen in einem besonders hohen Ausmaß von verschiedenen Formen von Gewalt betroffen sind. Was sind die Ursachen für die hohe Gewaltbetroffenheit von gehörlosen Frauen? Welche Maßnahmen helfen, Gewalt zu vermeiden? Die Vortragenden stellen Bildungs- und Präventionsangebote, Netzwerke sowie Kooperationen vor, die helfen (sexualisierte) Gewalt gegen gehörlose Frauen (und Männer) abzubauen

Referenten: Florian Jung (Münster, Sozialpädagoge, M.A., Beratung Mediation Coaching, Zartbitter Münster - Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt) und Esther Lißeck (Münster, Dipl.-Sozialpädagogin (FH), Beratungsstelle für hörbehinderte Menschen - Parisozial Münsterland, freiberufliche Sexualpädagogin & Trainerin für Selbstbehauptung/Selbstverteidigung) 

Moderatorin: Silvia Gegenfurtner (Berlin, Mitarbeiterin des Jugendzentrums bei der Sinneswandel gGmbH Berlin)

 

Freitag, 13:00 - 14:00: Forum Familie

Das gehörlose Kind – im Wandel der Zeit

Gehörlose haben eine kulturelle Identität, die sich in ihrer Kindheit und Jugend entwickelt. Bei vielen hat sie sich in der Interaktion mit den Mitschülern im Internat und später auch im Gehörlosensportverein herausgebildet. Ist das in der heutigen Lebenswelt, in der gehörlose Kinder aufwachsen, noch möglich? Wo gibt es solche Begegnungen noch? Die Tagung des Bundeselternverbands gehörloser Kinder (BgK e.V.) endet jedes Jahr mit Aussagen wie diesen: "Warum gibt es nur einmal im Jahr dieses Treffen?" und "Nächstes Jahr kommen wir sicher wieder!" In diesem Vortrag wird das "Herzstück" der Arbeit des Bundeselternverbandes gehörloser Kinder vorgestellt, und man lässt die Kinder selbst zu Wort kommen.

Referenten: Katrin Pflugfelder (München, Präsidentin des Bundeselternverbandes gehörloser Kinder e.V.) und Fabian Pufhan (Mülheim/Ruhr, tauber Jugendlicher)

Moderator: Wolfgang Reiner (Vorsitzender des Landesverbandes der Gehörlosen Baden-Württemberg e.V.)

 

Freitag, 14:30 - 15:30 Uhr: Forum Senioren

Verbesserung der Versorgungssituation gehörloser Menschen im Alter: Handlungsperspektiven und Praxisbeispiele 

  • Das Modell Kompetenzzentrum für gehörlose Menschen im Alter (GIA)
    - Idee und Praxisbeispiele
    - Einrichtung von GIA-Kompetenzzentren
  • Qualitätssicherung 
  • Vernetzung und Aufklärung

Referenten: Anne Gelhardt (Köln, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Pädagogik und Rehabilitation hörgeschädigter Menschen, Universität Köln) und Andrea Huckemeier (Essen, Fachberaterin Gehörlose Menschen im Alter (GIA), Martineum gGmbH  Essen)

Moderator: Bernd Siebert (Bundesreferent für Senioren beim Deutschen Gehörlosen-Bund e.V.)

 

Freitag, 16:30 - 17:30: Forum Migration und Flüchtlinge

Ankommen in Deutschland?!

Die Iranerin Maral Karimi stammt aus einer Familie der oberen Mittelschicht. Sie studierte Wirtschaftsinformatik. Nach ihrer Heirat zog sie nach Deutschland in der Erwartung, ihre begonnene Berufskarriere weiter fortzusetzen. Stattdessen hatte sie mit diversen Rückschlägen zu kämpfen, unter anderem musste sie Deutsch lernen und ihr gesamtes Leben neu organisieren. 

Aymen Mnawar, geflüchteter Syrer, erfuhr nach seiner Ankunft in Deutschland viel Unterstützung, so dass er inzwischen sein Leben selbstständig meistert. Vor kurzer Zeit gründete er in Zusammenarbeit mit dem Landesverband der Gehörlosen Nordrhein-Westfalen eine Selbsthilfegruppe mit, in der Flüchtlinge anderen Flüchtlingen zur Seite stehen. 

Referenten: Maral Karimi (Bergisch-Gladbach) und Ayman Mnawar (Düsseldorf) 

Moderator: Ege Karar (Bundesreferent für Migration und Flüchtlinge beim Deutschen Gehörlosen-Bund e.V.)

 

Freitag, 18:00 - 19:00 Uhr: Forum Sport

Bewegung und Sport ist gesund

Der Deutsche Gehörlosen Sportverband und die Deutsche Gehörlosensportjugend wollen zeigen, dass Sport ein wichtiger Aspekt im Leben ist. Egal, ob im Nachwuchs-, Senioren-, Breiten- oder Spitzensport 

Referenten: Norbert Hensen (Berlin, Präsident des Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes e.V.) und Ricardo Scheuerer (Berlin, Vorsitzender der Deutsche Gehörlosen-Sportjugend e.V.)

Moderator: Hans-Hermann Schulz (Vorsitzender des Gehörlosenverband Schleswig-Holstein e.V.)

 

Samstag, 9:00 - 10:00 Uhr: Forum Taubblinde / Usher-Betroffene

Von der jungen bis zur älteren Generationen der Usher-Betroffenen und Taubblinden: Nutzung unterschiedlicher Kommunikationsformen 

Der Vortrag beleuchtet, wie die beiden Betroffenen verschiedene Situationen innerhalb der Gebärdensprachgemeinschaft in den letzten 20 Jahren erlebt haben. Abhängig vom schulischen Werdegang ergeben sich je nach individuellen Bedürfnissen jeweils andere Kommunikationsformen. Wie sehen die Herausforderungen und Perspektiven für Usher-Betroffene und Taubblinde in der Gebärdensprachgemeinschaft aus? 

Referenten: Benjamin Gutwein (Balingen, Gebärdensprachdozent) und Sabine Springer (Berlin, Gebärdensprachdozent)

Moderatorin: Gudrun Marklowski-Sieke (Berlin, Sozialpädagogin beim Hertha Schulz-Haus, Lebenswelten, Oberlinhaus gGmbH in Potsdam und Vorstandsmitglied bei der Bundesarbeitsgemeinschaft der Taubblinden e.V. (BAT))

 

Samstag, 10:30 - 11:30 Uhr: Forum Technologie

Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz für die Gehörlosengemeinschaft

In allen Bereichen der Kommunikation und Medien erlebt man jedes Jahr immer wieder neue Entwicklungen und Innovationen. Für die Menschheit ist das eine Bereicherung, aber profitiert die Gehörlosengemeinschaft wirklich 100%ig davon? Nun gibt es darüber hinaus auch Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz, und auch das wird das Leben stark beeinflussen. Hat die Gehörlosengemeinschaft dadurch einen „Mehrwert“ an Lebensqualität? Oder birgt die Nutzung der künstlichen Intelligenz Risiken? Auf diese Fragen wollen die Vortragenden Antworten finden und dabei die Vor- und Nachteile des Einsatzes von künstlicher Intelligenz aufzeigen.

Referenten: Tobias Burz (München, IT Senior Consultant und Gründer der Deaf IT) und Manuel Gnerlich (Hamburg, freiberuflicher Software-Berater und Geschäftsführer der IT-Schulung-Firma Open Mind IT Training)

Moderator: Michael Wohlfahrt (Schatzmeister des Deutschen Gehörlosen-Bundes e.V.)

 

Samstag, 12:00 - 13:00 Uhr: Forum Jugend

Werde aktiv für Deine Rechte und Bildung! 

Dieser Vortrag soll zeigen, warum die Deutsche Gehörlosen-Jugend e.V. (DGJ) für taube Kinder und Jugendliche so wichtig ist und was man als tauber junger Mensch für seine eigenen Rechte und seine Bildung tun kann. Die Referenten arbeiten ehrenamtlich für die Deutsche Gehörlosen-Jugend e.V. und sind sozusagen die Stimme der tauben Jugend. Das Hauptziel des Dachverbandes der deutschen Jugendverbände ist es, sich für die tauben Kinder und Jugendliche in Deutschland einzusetzen, um ihnen eine vollständige Teilhabe sowie Zugang zur Bildung zu ermöglichen. Darüber hinaus möchten sie die Identitäten und die individuellen Persönlichkeiten junger tauber Menschen fördern und stärken.

Referenten: Bianca Demmig (Stuttgart), 1. Bundesjugendvorsitzende und Frieda Kozik (Fulda), 2. Bundesjugendvorsitzende der Deutschen Gehörlosen-Jugend e.V. 

Moderatorin: Sabine Schöning (Vorsitzende des Landesverbandes der Gehörlosen Bremen e.V.)